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AKTUELL

Informationen aus dem Kirchenkreis

 

Auch in unserem Land breitet sich das CORONA-Virus schnell aus und droht, die Leistungsfähigkeit unseres Gesundheitswesens zu sprengen. Um dem entgegenzuwirken, haben die staatlichen Stellen weitreichende Maßnahmen angeordnet, die zusammen mit dem öffentlichen Leben auch das Leben in unseren Gemeinden stark beeinträchtigen und stellenweise regelrecht lahmlegen. Trotzdem stellen wir uns hinter diese Entscheidungen und würdigen so alle Anstrengungen, die Ausbreitung der Krankheit zu hemmen. Allerdings will gerade in den Zeiten von Unsicherheit und großer Sorge unsere Kirche für die Menschen da sein. Unserem Auftrag zur Verkündigung des Evangeliums, zur Seelsorge und zur Nächstenliebe können wir mit den gewohnten und erprobten Mitteln vorerst nicht nachkommen. Wir sind herausgefordert, besonnen zu handeln, aufeinander Rücksicht zu nehmen und uns gegenseitig zu unterstützen. Auch wenn die öffentlichen Gottesdienste und Gemeindeveranstaltungen ausfallen, können wir trotzdem miteinander verbunden bleiben: in der Fürbitte, im Lesen der Losung und durch die Bibellektüre. Die technischen Möglichkeiten erlauben uns, auf vielerlei Weise den Kontakt zu halten. 

Nach wie vor können Sie sich an die Pastorinnen und Pfarrer in Ihren Gemeinden wenden. Auch wenn wir sonntags nicht wie gewohnt zum Gottesdienst einladen können, sollen trotzdem die Glocken läuten und die Menschen zuhause zum Gebet aufrufen. Wir begeben uns auf die Suche, wie wir in dieser Zeit die Verkündigung in Wort und Tat gestalten können, ohne andere Menschen zu gefährden. 

In den Zeiten, als der Apostel Paulus nicht persönlich zu seinen Gemeinden kommen konnte (er war gefangen in Rom), nutzte er die Möglichkeit den Kontakt mit Briefen, Boten und Helfern  zu halten. Einer dieser Helfer war Timotheus aus Ephesus. Nach wie vor ermutigt auch uns die Glaubensgewissheit der Apostel in schwierigen Zeiten: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“

(2. Tim 1,7)

 

Ihnen allen - Gottes Schutz und Segen !

 


 

   Wort zum Tage  

Dr. Rex-Oliver Wagner, ord. Prädikant Bad Tabarz

 

Wie aus Bitterem Süßes wird

Die deutsche Informationsstelle für Statistik teilt mit: 11,4 Kilogramm pro Jahr isst jeder von uns durchschnittlich davon. Teilt man dieses Gewicht durch 365 Tage, ergeben sich 31 Gramm pro Tag. Es sind keine Gelbe Rüben, auch keine Trauben, ich rede nicht von Salzkartoffeln, nicht von Wurst, sondern: Schokolade.

Seit 1520 ist dieser Luxusartikel bei uns bekannt. Damals wurde der Vorgänger der heutigen Schokolade nur von Apothekern und Konditoren hergestellt.

Heute werden Kakaobohnen in großem Stil gereinigt und geröstet. Danach erfolgt die feine Mahlung, bis eine flüssige Masse entsteht - die Kakaomasse. Dieses Rohmaterial ist noch ungenießbar -- es ist noch viel zu bitter zum Essen.

Zur Kakaomasse werden Zucker, Milchpulver und Kakaobutter beigemischt. Wenn man die Schokolade in diesem Zustand essen würde, würde man merken, dass sie immer noch bitter schmeckt.  Deshalb folgt jetzt der entscheidende Schritt. Die Masse wird jetzt erwärmt und hin- und her gewälzt. Die Konditoren nennen das "conchieren".

Durch stundenlanges hin- und herbewegen gehen die Bitterstoffe aus der Schokomasse. Die Schokolade bekommt ihren zarten Schmelz. Je länger die Masse conchiert wird, desto besser wird nachher die Qualität.

Dieser Vorgang bei der Herstellung von Schokolade ist mir wichtig geworden.

Jesus will mein Leben bewegen, so dass alle Bitterstoffe in meinem Leben nach und nach entweichen. Mein Leben, das von Jesus bewegt ist, soll „zartschmelzend“ werden, weil Jesus es aus Liebe und in Liebe in Seinen guten Händen hält. Ein angenehmer Geschmack (Wohlgeruch), der auch andere Zeitgenossen ermutigt, auch ihr Leben in Seine wunderbaren Hände zu geben.

Der Bitterstoff der Schuld hat Auswirkungen auf allen Beziehungsebenen: zu Gott, zum Nächsten und zu mir selbst.

Jesus sagte einmal: „Wenn dir dort im Tempel einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, dann lass alles stehen und liegen und versöhne Dich zuerst mit ihm.“ Heftig. Das Opfertier ist gekauft oder sogar von zu Hause mitgebracht. Der Priester hat geprüft, ob alles in Ordnung ist. Jetzt alles stehen und liegen lassen?

Stellt dir vor, wie wichtig Gott Versöhnung ist. Wenn ich einem anderen Menschen gegenüber schuldig geworden bin, dann soll ich die Sache schnellstens in Ordnung bringen. Ich soll Dinge nicht auf lange Bank schieben.

Das hat oberste Priorität. Alles andere kann warten.

Versöhnung ist wichtiger als das Opfer.

Versöhnung ist wichtiger als Gottesdienst.

Versöhnung ist überhaupt die Voraussetzung für richtigen Gottesdienst.

Gott liebt Gemeinschaft so sehr. Darum legt ER so viel Wert darauf, dass geknickte Beziehungen wieder bereinigt und heil werden. Ihm tut es weh, wenn Streit, Neid und Bitterkeit dein Leben beeinträchtigen und dich krankmachen.

Schuld ist wie ein Virus, der auf Abstand bringt, der hochansteckend  ist, aber gegen den es, Gott sei Dank, ein Heilmittel, eine Gesundkur gibt.

Gott bietet uns einen Ausweg an. Er freut sich, wenn wir Schritte aufeinander zugehen und so Seinen Frieden erfahrbar machen. Du und ich, wir sind aufgefordert, Verantwortung und Initiative zu übernehmen.

Wenn es um Versöhnung geht, sind wir zum Handeln aufgefordert. Häufig denken wir: „Soll der andere doch zu mir kommen. Ich will nicht immer den ersten Schritt machen“. Doch dieses Denken ist nicht im Sinne Jesu. In Mt 18 sagt Jesus: Wenn der andere ein Unrecht begangen hat sollen wir die Initiative übernehmen.

In dem Abschnitt aus der Bergpredigt heißt es: „Wenn Dir in den Sinn kommt, dass dein Bruder etwas gegen Dich hat, geh hin.“

Auf die Frage, wer den ersten Schritt machen soll, würde Jesus antworten: „Immer Du! Warte nicht, bis der andere kommt, sondern sei Du bereit. Tue es auch für dich selbst. Egal, ob Du Dich im Recht fühlst oder nicht. Geh hin! Verliere keine Zeit! Versöhnung hat oberste Priorität!“ Gerade da, wo du zur Stille kommst oder die Stille vor Gott suchst, beginnt ER zu DIR zu reden.

Ob jetzt die Kinder nerven, weil sie keine Lust zum Lernen haben, ob die Finanzen knapper werden und einschneidende Entscheidungen anstehen, bei einem schönen Stück Schokolade überlege dir doch heute: Wo will Jesus dich bewegen, um Bitteres bei IHM loszulassen?

Vertraut auf Jesus und bleibt behütet!


 


 

 

   Wort zum Tage  

Pfarrer Kai-Philipp Kunze,  Bad Tabarz

 

Heute ist Gründonnerstag. Ein wichtiger Tag für unseren Glauben. Wenn heute am frühen Abend die Glocken in vielen Gemeinden läuten, dann werden wir an den letzten Abend erinnert, der Jesus in seinem irdischen Leben geschenkt war. Er saß mit seinen Freunden zusammen, er aß und trank ein letztes Mal mit ihnen gemeinsam. Jesus wusste bereits, dass es ein Abschied für immer sein würde. Für immer?

Es ist gerade dieser Abend, an dem er seinen Freunden und damit auch uns eine Gemeinschaft eröffnet, die über das Sichtbare hinausgeht. Eine Gemeinschaft, die selbst den Tod als Grenze des Sichtbaren nicht mehr kennt. Jesus gibt dem gemeinsamen Essen und Trinken eine neue Dimension. Im Abendmahl feiern wir bis heute seine Gegenwart in unserer Kirche.

Erinnert werden wir auch, dass Jesus kurz vor seiner Verhaftung im Garten Gethsemane betete: „Lass diesen Kelch an mir vorübergehen!“ Das ist inzwischen sprichwörtlich geworden. Und vielleicht empfinden wir gerade in diesen Zeiten von Verunsicherung und eigenen Ängsten ähnlich: Herr, lass diesen Kelch an mir vorübergehen! Verschone uns! Möge es doch bald vorbei sein! Beschütze uns, dass wir unbeschadet bleiben an Leib und Seele! So und ähnlich wird zurzeit gebetet – für die Familie, für Freunde und Nachbarn, für die Welt. In unserer Angst wenden wir uns an Gott, auf dessen Liebe und Hilfe wir hoffen. Reicht das?

Jesus begreift an seinem letzten Abend, dass es nicht darum geht, was er für sich selbst wünscht. Er weiß und versteht: Gott, sein himmlischer Vater, wird den bitteren Kelch des Todes nicht an ihm vorübergehen lassen. Und schließlich willigt er ein in das, was kommen wird. Dein Wille, Herr, geschehe! Jesus legt das Kommende in Gottes Hand. Das ist ein beispielhafter Moment des Vertrauens. Auch unser Vertrauen ist in dieser Zeit auf die Probe gestellt. Vertrauen dürfen wir, dass Gott es gut machen wird. Auf Finsternis folgt das Licht. Aus dem Kreuz wird ein neuer Anfang. Ostern steht vor der Tür! Bleiben Sie behütet und gesund!

 

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Karfreitag 2020 – „Statt einer Predigt, ein offener Brief an Jesus“

 

Liebster Jesus, mein Herr und Heiland,

vielleicht ist dieser Karfreitag in diesem Jahr 2020 der erste „wirkliche“ Karfreitag – zumindest ein Tag, der in seiner Stille und den vielen Einsamkeiten in den Wohnungen und Pflegeheimen dem Schrecken deines Todes näher ist als unsere bisherigen Versuche. Du ertrugst schlimmste Qualen. Auf deinen Lippen formtest du die Worte des 22. Psalms nach: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Wir haben einen Feiertag daraus gemacht – oder besser gesagt einen „freien“ Tag. Auftakt zu einem langen Wochenende. Und ja, wir haben uns geärgert über Fußballspiele an diesen stillen Tagen, die dann doch stattfanden, weil der Rasen vorher zu nass vom Regen war. Und auch in diesem Jahr sollte man heute den Fernseher lieber auslassen. Das „K.O.(Ostern)“ mit allerlei lustigen Actionfilmen läuft heute im Privaten an.

Aber auch wir, die wir als Christen zu dir stehen sollten, sind nicht frei von Schuld: Wir haben Kerzen entzündet, die Glocken läuten lassen, die Orgel gespielt und Lieder gesungen – so als wenn es ein normaler Sonntag gewesen wäre. War es aber nie – es war Karfreitag, der Tag deines Todes! Wir haben Predigten gehalten und gehört, haben gedeutet und ersonnen, wie wir das Schreckliche erträglicher machen. Wir haben Abendmahl gefeiert an diesem Tag, deine Gegenwart beschworen in den Stunden deiner schlimmsten Qual und Pein, als es selbst dir so schien, dass nicht einmal der Allmächtige an deiner Seite war.  Liebster Jesus, all das tut mir leid!

Die Situation heute zwingt uns in eine wirkliche Fastenzeit und einen langen Karfreitag. Ich glaube nun, zu verstehen, warum wir uns so an deinem Todestag vergangen haben: weil wir die Stille, die Ungewissheit, die Angst und den Schmerz so wenig ertragen! In deinem Tod und Leiden sehen wir millionenfachen Tod und millionenfaches Leiden unserer Lebenstage, auch das eigene. Wie schrecklich.

Und gerade in diesen Zeiten spüren wir, wie wenig selbstverständlich alles ist. Früher wurde es Sonntag für Sonntag gepredigt von unseren Kanzeln. Aber Gehör findet es in unserem übersättigten Land erst, wenn das Klopapier alle ist. Und, Herr, wie seltsam – es ruft die Menschen nicht zum Umdenken, sondern eine tumbe Masse, ähnlich der, die dich erst feierte und dann doch deinen Tod einforderte, fragt allen Ernstes: „Wo ist denn euer Gott? Denn es gibt kein Klopapier!“ Du weißt, lieber Jesus, ich denke mir das nicht aus. Da musst du nur einen Blick ins „Fratzenbuch“ werfen. Aber ich schweife ab, tut mir leid!

Im Ernst, dieser lange Karfreitag, diese Krisenzeit, der bringt so vieles an die Oberfläche, was wir gerne vermieden hätten oder lieber nicht spüren wollen – tiefe Unsicherheiten und Ängste, Konflikte und Wiedersprüche in uns selbst und – was verständlich aber oft noch schlimmer ist – mit den Menschen, die uns am nächsten sind. Ja, wir sind eine verkorkste Truppe hier auf Erden. Du kennst uns. Du kennst uns wahrscheinlich sogar besser als wir uns selbst. Denn du bist aus Gottes Schoß, du bist ER, Mensch geworden. Einer wie wir und du hast es selbst erlebt – wie grausam wir sein können. Du hast erleben müssen, wozu Menschen fähig sind, wenn man ihre gewohnten Abläufe und Strukturen infragestellt. Dabei kamst du mit nichts anderem als Liebe.

Sie haben dich einfach weggemacht, aus dem Weg geräumt. Medizinisch betrachtet bist du am Kreuz sehr wahrscheinlich erstickt, so wie die schwer an Covid19-Erkrankten – es sei dir und deinem Vater geklagt – jetzt, hier und heute ersticken. Ebenso unfreiwillig, ebenso grundlos. Jesus, dein Karfreitag ist eine harte Nuss. Dein Leiden und alles Leiden, dein Sterben und alles Sterben wiegt so schwer.

Ich merke, liebster Jesus, ich könnte dir heute einen Brief in der Länge eines Romans schreiben. Da gibt es so vieles, was mein Herz bedrückt und meine Seele schwer macht in diesen Tagen, vieles was ich nicht verstehe. Ich möchte dir stellvertretend für viele in unserer Welt sagen: Es tut mir leid! Es tut mir leid, dass wir so sind, wie wir sind: unfähig die Füße stillzuhalten, immer unzufrieden, weit über unsere Verhältnisse lebend, den Mitmenschen fertig machend, nicht klarkommend mit Stille und überhaupt uns selbst. Eigentlich sind wir es nicht wert, dass du uns liebst.

Und das ist überhaupt das Größte und Unvorstellbare: dass du uns trotzdem liebst! Dass du für uns das Kreuz auf dich genommen hast. Du liebst uns, obwohl wir sind, wie wir sind. Obwohl wir Klopapier hortende, ungläubige Monster sind, die – wenn wieder alles „Un-Corona“ ist – den Mitmenschen und die Natur mit Füßen treten.

So schwer es mir selbst auch fällt – es ist heilsam einen solchen wahren Karfreitag erleben zu dürfen. Und ich wünschte, es ginge eine neue Kraft davon aus für eine veränderte bessere Zukunft. Lass es Ostern werden – wenn es Zeit dafür ist – in dieser Welt und bei den Menschen, die du so unendlich liebst. Ich danke dir, dass du mich hörst. In Gedanken will auch ich heute bei dir sein, wenn du um uns, mit uns und durch uns leidest. Amen.

In tiefer Verbundenheit

Dein Philipp

 


 

   Wort zum Tage  

Pfarrerin Christa-Maria Schaller, Mechterstädt

 

Wir gehen nicht allein

 

Mit dem Palmsonntag gestern hat die Kar-Woche begonnen. In den nächsten Tagen warten die höchsten christlichen Feiertage auf uns. Wir denken an den Einzug Jesu in Jerusalem; das große Festessen; die Gefangennahme, Kreuzigung und Tod von Jesus,  und Ostern die Feier der Auferstehung. Bis letztes Jahr war diese Woche voller Bewegung und Begegnung: Da gab es Prozessionen,  Kreuz-Weg-Andachten, Wege am frühen Ostermorgen oder der Osterspaziergang zum Eiersuchen.  Immer sind wir diese Wege in einer Gemeinschaft gegangen. In diesem Jahr müssen wir auf solche sichtbaren Wege und gemeinschaftliche Aktionen verzichten. Dadurch wird die innere Symbolik dieser Kar-Woche noch stärker.

Jerusalem steht symbolisch für den tiefsten Punkt der Krise.  Alles bricht zusammen. Leid, Angst und Tod kommen. Auf dem Weg in diese Tiefe hinab gelangt sogar die  die Gemeinschaft an ihre Grenzen. Manchmal ist die Angst leider stärker als die Freundschaft.

Aber, der tiefste Punkt ist nicht das Ende. Er ist der Wendepunkt! Es folgt neues Leben;  Angst verfliegt und Leid hört auf, Gemeinschaft wächst und  Freundschaft blüht wieder auf. Die Krise ist überwunden! Am Ende können alle aufatmen und Halleluja singen, denn das Leben hat gesiegt.

So war das bei Jesus damals. So kann es auch bei uns sein.

Ich weiß nicht, wann wir den tiefsten Punkt der Corona-Krise erreicht haben werden. Ich weiß nicht, wie sehr es uns noch beuteln wird und wie groß unsere Angst noch wird. Aber eines weiß ich sicher. Wir gehen nicht allein durch alle Unsicherheiten. Als Jesus von der Angst überwältigt wird, kommt ein Engel, um ihn zu stärken. So kommt auch zu uns ein Engel. Ein Engel der unseren Weg in die Tiefe mitgeht. Ein Engel der durch das Dunkel führt zum Licht und neuem Leben. Ein Engel der uns begleitet und wenn es nötig ist auch trägt.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie den Engel heute ganz besonders spüren können.

 

Ihre Christa-Maria Schaller       Pfarrerin in Mechterstädt

 


 

# minecraft # Wettbewerb   „Ausgangssperre mit Gott“

 

Unter diesem Motto steht der

Wettbewerb um ein schönes, einfallsreiches und spirituelles Bauwerk.

Wenn Ihr nicht raus dürft, wie findet Gott Euch dann in der minecraftWelt?

Lass auf einem 35x35 Blöcke/ Meter großem Feld Deiner Phantasie Freiraum und bau einfach, was zu Dir passt.

Und schau, was andere konstruieren…

Zeit ist bis zum 26. 4. 2020.

Mitmachen darf jeder, der Minecraft spielt.

Bilder der Werke werden nach Beendigung in einer Kirche im Kirchenkreis ausgestellt und für die „besten“ wird die Jury im Mai eine Preisverleihung vornehmen.

Adresse des Minecraft-Servers: 192.42.65.142:25565  *)

*) Unter der Option „Multiplayer“ oder „Mehrspieler“ auf „Server hinzufügen“ klicken und die Adresse im richtigen Feld angeben.

 

Bitte sende Deinen

Spielernamen mit Deinem echten Namen/ Adresse an

 oder per WhatsApp 015774474122

(für die Ausstellung und Preise)

 

Viel Spaß!

Brita Bernet & Team

Kirchenkreis Waltershausen-Ohrdruf

 


 

   Wort zum Tage  

Pfr. Lars Reinhardt, Tambach-Dietharz

 

Trost oder Vertröstung?

 

„Kommt Zeit, kommt Rat! … Gut Ding will Weile haben. Kopf hoch … wird schon.“ Was für „Goldstücke“ menschlichen Trostes können wir in diesen Tagen nicht alles hören? Wie kommt es nur, dass wir nüchtern betrachtet über diese (ver)tröstenden Worte nur schmunzeln können? Wir merken doch, dass solche Worte weder stärken noch einen Weg in die Zukunft weisen. Und doch gebraucht jeder von uns solche Worte. Haben wir keine anderen? Eine staubtrockene Notration ist das. Haben Sie schon einmal versucht, einen großen Butterkeks mit trockenem Mund zu essen? Er lässt sich kaum schlucken und raubt einem noch die letzte Feuchtigkeit aus dem Mund.

Doch wenn zum Keks etwas Feuchtigkeit kommt, lässt er sich wunderbar schlucken. Dem Keks fehlt die Feuchtigkeit, doch was fehlt den Trostworten? Auch zu ihnen muss sich etwas hinzugesellen. Der Trostbedürftige darf mit ihnen nicht allein gelassen werden. Doch wie oft lassen wir einen Menschen mit solchen Worten („Kopf hoch … wird schon.“) alleine stehen und gehen weiter. Bildlich gesprochen geben wir einen Butterkeks ohne ein Glas zu reichen. Ganz anders spricht Gott zu Menschen in Not:  „Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten.“ (Jeremia 31,9) Trösten und leiten will er. Gerade in seinem verheißenen Leiten liegt ein Geheimnis seines Trostes. Er lässt den Weinenden nicht allein, sondern beginnt mit ihm einen Weg. Im Leiten führt er den Leidenden, er nimmt ihn an der Hand, umarmt und stützt ihn. Er weiß um Oasen selbst in der Wüste. Ein Mensch der Gott vertraute, bestätigt dieses Mitsein Gottes im Rückblick auf sein Leben: „Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft auch tragen.“ (Psalm 68,20)

Wahrer Trost besteht nicht in Worten, so weise und richtig sie auch sein mögen. Wahrer Trost besteht im Mitsein.  Jesus hat uns sein Mitsein vorgelebt. Er war und ist auch heute noch mit uns unterwegs, damit wir dem Nächsten zum Mitmenschen werden.

 


 

Andacht im Gemeindebrief Waltershausen

 

Corona = Fermate ?!

Liebe Gemeindeglieder, hoffentlich sind Sie gesund, wenn dieser Gemeindebrief bei Ihnen ankommt!

Mehrfach haben wir ihn verändert, weil die Nachrichten immer wieder das Geschriebene überholten. Es wird auch dieser Variante so gehen, doch zwei Gedanken möchte ich Ihnen trotzdem ans Herz legen. Den ersten findet man in einem „Musicalischen Lexicon“ von 1732: „Corona – also wird von den Italienern dieses Zeichen  (Fermate einfügen!) genannt, welches, wenn es in allen Stimmen zugleich vorkommt, ein allgemeines Stillschweigen oder eine Pausam generalem bedeutet“. Ich finde das unglaublich, wie sehr diese alte Definition in unserer heutigen Situation den Nagel auf den Kopf trifft! Denn was sonst ist das Gebot der Stunde, als eine Generalpause einzulegen in allem nicht unbedingt notwendigen Tun! Es fällt uns fortschrittsgläubigen modernen Menschen so schwer, mal nichts zu tun! Und doch haben wir gerade keine andere Chance, um das Richtige zu machen! Und gerade in dem Abstand voneinander und der Einschränkung der gewohnten Freiheiten unser Füreinander und unsere Verantwortung zu leben! Natürlich ist es vielen geradezu unerträglich, jetzt nicht miteinander Gottesdienst feiern zu können. Gerade da würden wir uns so gerne stärken im gemeinsamen Singen und Beten. Im Vertrauen auf Gottes Hilfe und auch im Fragen nach dem Warum? Unser Landesbischof Friedrich Kramer hat für diesen Widerspruch zwischen unserem Sehnen und den abgesagten Gemeindeveranstaltungen den Gedanken der besonderen Fastenzeit beschrieben. Ich zitiere ihn als zweiten Gedanken, der uns einlädt, „die gewohnten Bahnen zu verlassen durch Fasten, Beten und Reduzieren des Unnötigen und zum Eigentlichen des Glaubens und des Lebens hindurch zu dringen“. Das Eigentliche ist das Festhalten an Gottes Zusage, dass er auch „im finsteren Tal“ bei uns ist und dass wir darin „das Unglück nicht fürchten“ sollen. In diese uralten Worte können wir auch zu Hause einstimmen, für uns und füreinander bitten, uns dazu rufen lassen vom Läuten der Feierabendglocke oder sonntags in die geöffnete Kirche, abends eine Kerze ins Fenster stellen – und wie die Initiativen alle sich entwickeln werden. Wie auch die, einander zu helfen beim Einkauf oder Medikamentenholen – ich bin mir sicher, darauf kommt es jetzt für uns als Christen an: aufs Beten und dann das tatkräftige Tun der Nächstenliebe!

 

Seien Sie behütet in Gesundheit und in Krankheit, das wünscht Ihre Pastorin Anne-Katrin Kummer

 


Sonder – Gemeindebrief im April 2020
im Pfarramtsbereich Hörselgau- Mechterstädt

 

Seid fröhlich in Hoffnung,

geduldig in Trübsal,

haltet an am Gebet.        

Röm. 12,12

 

Halleluja, der Herr ist auferstanden,

er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja
LK 24,6a. 34

 

Liebe Gemeindeglieder, Liebe Leserinnen und Leser,
Krisenzeiten gibt es im Leben immer wieder. Meistens sind es persönliche Krisen. Selten greift etwas so global in das Leben aller Menschen ein, wie es der Corona-Virus derzeit weltweit tut. Wir sind alle betroffen und das Leben wird nach Corona anders sein als vorher.

Wir spüren in diesenTagen deutlicher denn je, wie abhängig wir sind und wie verletzlich unser Leben ist. Das ist manchmal schwer aus zu halten. Aber: Wir spüren in diesenTagen vielleicht auch deutlicher als sonst, wie stark Gott an unserer Seite ist, und dass wir unter der Botschaft des Lebens stehen. MitteApril feiern wir das Osterfest.Wir wissen heute noch nicht, ob dann die Krankheit bereits im abklingen ist, oder gerade auf ihrem Höhepunkt angelangt ist.Aber eines wissen wir genau:Wir sind nicht allein. Ostern heißt: Jesus ist jetzt da! Er stärkt unsere Hoffnung, so dass wir trotz allem fröhlich sein können. Er nimmt uns in die Arme und tröstet uns, wenn die Angst kommt. Er hilft uns Geduldig zu sein, wenn sich wieder eine neue Schwierigkeit auftut.
 

Wenn ich täglich 18.00 Uhr die Glocken höre und meine Gebetskerze entzünde, dann bete ich für Sie, für uns alle, für dieseWelt. Damit verbinde ich die Zuversicht, dass wir hindurchgeleitet werden, durch alles was jetzt schwer ist, so wie es im Psalm 23 heißt: „Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir.
Dein Stecken und Stab trösten mich.“
Es grüßt sie herzlich Ihre Pfarrerin

Christa-Maria Schaller

 

Information

Mit den seit Sonntag 22. März verschärften Regelungen der Bundesregierung zum Schutz vor Corona und der Eindämmung der Pandemie, wird auch unser kirchengemeindliches Leben noch weiter eingeschränkt:

- Gottesdienste zu feiern, ist bis Ende April verboten.
- Andachten in kleiner Runde fallen unters Kontaktverbot und sind nicht mehr möglich.

- Taufen und Hochzeiten sind untersagt (Ausnahme Nottaufen).
- Trauerfeiern finden nur unter freiem Himmel statt und nur mit den engstenAngehören.
- Alle Gemeindeveranstaltungen fallen aus.
- Die Pfarrbüros bleiben für den Publikumsverkehr geschlossen.

 

Aber:
Es gibt auch andere Formen verbunden zu sein, miteinander und mit Gott.
- Die Glocken läuten weiterhin und rufen zum persönlichen Gebet. Selbst da, wo die Glocken nicht auf Knopfdruck, sondern per Hand geläutet werden, erklingen sie in der Stille desTages oder des Abends.

- Viele Christen zünden Abends eine Gebetskerze an und stellen Sie ins Fenster. Manche singen oder musizieren ihre Gebete zum Fenster hinaus. Damit wird die gute alteTradition des Abendgebetes neu mit Leben gefüllt und trägt uns.

- Radio- und Fernsehgottesdienste können genutzt werden. Auch auf anderen digitale Plattformen können Sie Gottesdienste mit feiern.
- In derTagespresse gibt es ein „geistliches Wort zum Tage“, neuerdings an jedem Tag, nicht nur zum Sonntag.

 

Wir wissen nicht, ob sich die Regelungen zum Kontaktverbot am Osterwochenende gelockert oder verschärft haben. Aber egal wie: die Glocken ihrer Kirche läuten das Osterfest ein.

Und je nachdem was dann erlaubt sein wird können Sie:
Die Fenster öffnen oder bei einem Spaziergang den Glocken lauschen und sich zum persönlichen Gebet einladen lassen.
Einzeln oder als Familie die Kirche betreten für einen Moment der Hinwendung zu Gott.

 

Die Osterglocken läuten:

Hörselgau: Gründonnerstag 18.00 Uhr
Laucha: Karfreitag 11.00 Uhr
Fröttstädt: Karsamstag 22.00 Uhr
Mechterstädt: Ostersonntag 9.30 Uhr

(Die Osterkerze leuchtetvor der Kirche. Es erklingtvor der Kirche österliche Musik)
Teutleben: Ostersonntag 11.00 Uhr
Wahlwinkel: Ostermontag 11.00 Uhr

 

Ich bin für Sie erreichbar unter:
Pfarrerin Christa-Maria Schaller
Tel: 03622 – 906031
Mobil: 0173 – 6566327

Mail:

 

BITTE

Wir werden eingetaucht
und mit demWasser der Sintflut gewaschen
wir werden durchnässt
bis auf die Herzhaut

DerWunsch nach der Landschaft
diesseits derTränengrenze
taugt nicht
derWunsch, den Blütenfrühling zu halten
derWunsch verschont zu bleiben
taugt nicht

Es taugt die Bitte
das bei Sonnenaufgang die Taubeden Zweig vom Ölbaum bringe.
Dass die Frucht so bunt wie die Blüte sei
dass noch die Blätter der Rose am Boden
eine leuchtende Krone bilden

Und das wir aus der Flut,
dass wir aus der Löwengrube und dem feurigen Ofen
immer versehrter und heiler
stets von neuem
zu uns selbst
entlassen werden.

 

Hilde Domin   

 


   Wort zum Tage  

Pfr. Albrecht Kunz, Friedrichroda

 

Corona und Fasten

So viel Fastenzeit wie jetzt war noch nie - der Corona-Virus mit den erzwungenen Maßnahmen macht es möglich. Die Krise trifft uns in den Wochen der christlichen Fastenzeit. Die Zeit im Jahr, in der den Christen empfohlen ist, ihren Alltag von allzu viel Alltag zu befreien: Um stattdessen ruhig zu werden und nach innen zu horchen. Und dabei zu erkennen, wo vielleicht wichtige Korrekturen für’s Leben nötig sind. Und nicht zuletzt, um dabei auch Gottes Willen für mein Leben zu entdecken, seinen Anruf an mich.

Keinesfalls ist mit diesen Gedanken die Krise um Corona sanktioniert oder gar als „Wink Gottes“ verstanden. Nein, diese Zeit der Krise ist vor allen Dingen eine enorme Belastung, sie bedeutet für viele Menschen Not und Leid und wird und alle noch lange beschäftigen.

Ich werde deshalb in diesen Tagen beten: Beten, dass Gott uns zur Hilfe komme. Dass er denen Kraft schenke, die als Helfer unermüdlich im Dienst sind. Dass er denen beistehe, die vom Virus schwer getroffen werden. Dass er diejenigen, die daran sterben, aufnehmen möge in sein Licht. 

Und ich bete auch darum, dass Gott uns alle begleiten möge durch diese wüstenhafte Zeit. Viele Menschen - vor allem in längst vergangenen Zeiten - suchten tatsächlich die Wüste auf, um ihr Leben für eine gewisse Zeit radikal einfach zu gestalten: Runterzufahren, um dann in einer wichtigen Frage eine Antwort zu finden, oder um den abhanden gekommenen Sinn ihres Lebens zu suchen. Und ja, auch um Gott in ihrem Leben zu finden. Um zu sehen, ob er da ist. 

Ich meine daher, dass in diesen Wochen der extremen Situation für viele auch eine Chance liegt. Nämlich: Die vor uns liegende Wüste zu durchqueren, indem ich die Zeit strukturiere und dabei mich selbst wahrnehme. Dann nämlich kann ich in diesen Tagen vieles erkennen, zum Beispiel was mir in meinem Leben unsagbar wertvoll ist - und mir derzeit eben so schmerzlich entzogen ist.

Genauso klar sehe ich dann auch, was ich nicht vermisse in diesen Tagen und worüber ich fast schon erleichtert bin, dass ich darauf verzichten darf.

So wünsche ich uns allen, dass wir diese Tage bewusst erleben können, dass wir aufeinander achten und solidarisch sind. Dass wir in der Ohnmacht, die wir dabei spüren, vielleicht auch wieder neu lernen zu vertrauen. Und vor allem wünsche ich uns, dass wir gut durch diese Zeit kommen - mit Gottes Hilfe.

 

 


   Wort zum Tage  

Pfr. Albrecht Kunz, Friedrichroda

 

Ein treuer Freund ist wie ein festes Zelt!

Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Schönste, was es gibt auf der Welt.

Dieses Lied wurde 1930 in einem der ersten deutschen Tonfilme „Die drei von der Tankstelle“ gesungen. Drei Freunde gehen durch dick und dünn. Dass dieser Film so erfolgreich wurde, hatte nicht nur mit den Liedern in dem Film zu tun. Die sang damals jeder nach. Es ging auch um die Tatsache, dass damals, in der Zeit der Wirtschaftskrise und Perspektivlosigkeit, die Menschen sich nach etwas sehnten, das verlässlich und aufbauend war. Und was ist tröstlicher als Freundschaften, die auch in schweren Zeiten Halt bieten können? Vielleicht auch in jetziger Zeit, da die Krise um Corona Kontakte nur noch eingeschränkt und hauptsächlich via digitaler Medien zulässt.

Auch die Bibel weiß, wie wichtig Freundschaften sind, das beweisen die Sätze aus dem Buch Jesus Sirach (Sir 6,14-17).

„Ein treuer Freund ist wie ein festes Zelt; wer einen solchen findet, hat einen Schatz gefunden. Für einen treuen Freund gibt es keinen Preis, nichts wiegt seinen Wert auf. Wer den Gott, den Herrn fürchtet, hält rechte Freundschaft, wie er selbst, so ist auch sein Freund.“

Wie entstehen eigentlich Freundschaften? Mir ist aufgefallen, dass bei mir zumindest einige rein zufällig entstanden sind. Sie sind wie von selber gewachsen - oder aus vielen kleinen und kleinsten Erlebnissen. Ich habe jetzt auch schon knapp die 60 erreicht und stelle fest, dass ich Freunde gefunden habe, die ich gar nicht bewusst angestrebt habe. Da sind Freundschaften im Laufe von Jahrzehnten ganz langsam gewachsen.

Für den gläubigen Menschen gibt es da noch neben der Freundschaft unter uns Menschen, die mit Gott. „Ihr Freunde Gottes allzugleich“, so beginnt ein Kirchenlied und meint damit die Heiligen, die vor Gottes Thron stehen. Und im Evangelium St. Johannes lässt dieser Jesus sagen: „Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage.“ (Joh 15,14)  Und: „Es gibt keine größere Liebe als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.“ (Joh 15,13)

Um auch in diesen dürren Zeiten die Nähe Gottes hörbar zu machen, erklingt in Friedrichroda täglich jene Glocke um 15 Uhr von St.Blasius die zum Gebet aufruft. Zu dem dann jeder für sich oder in häuslichem Miteinander für 18 Uhr aufgefordert ist.

 


 

Gebet in der Coronakrise

(Von Johannes Hartl, Gebetshaus Augsburg)

 

Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.
Bitte tröste jene, die jetzt trauern.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie.
Allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung.
Den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit.

Wir beten für alle, die in Panik sind.
Alle, die von Angst überwältigt sind.
Um Frieden inmitten des Sturms, um klare Sicht.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen, niemanden umarmen können.
Berühre Du Herzen mit Deiner Sanftheit.
Und ja, wir beten, dass diese Epidemie abschwillt, dass die Zahlen zurückgehen, dass Normalität wieder einkehren kann.

Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit.
Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist.
Dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können.
Dass Du allein ewig bist.
Dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daherkommt.
Mach uns dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen.
Wir vertrauen Dir. Danke.

 


 

   Wort zum Tage  

Sup. Wolfram Kummer, Waltershausen

 

Kirche und Staat

Das fällt uns kirchlichen Menschen richtig schwer: keine Gottesdienste, keine Predigt, kein gemeinsames Beten oder Singen. Alle Veranstaltungen, bei denen wir uns versammeln und auch einander Mut und Trost zusprechen, müssen unterbleiben. In den staatlichen Anordnungen werden ausdrücklich auch die Kirchengebäude als Orte für irgendwelche Zusammenkünfte ausgeschlossen. Gerade jetzt sollen wir auf die gewohnten Formen unserer Gemeinschaft verzichten? In manch einem rumort da Widerspruch. Die Apostelgeschichte beschriebt, wie die Obrigkeit den Aposteln das Predigen verbieten wollte, Petrus hatte trotzig gesagt: “Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.” Damals war das mutig und voller Sendungsbewusstsein. Aber heute ist das ganz anders! Denn es handelt es sich gar nicht um einen Versuch, die Verkündigung einzuschränken, sondern es geht vielmehr darum, notwendige Fürsorgebemühungen der Politik nicht zu unterlaufen und durch Kritik- oder Protestandeutungen zu hinterfragen. Auf keinen Fall sollten wir den Eindruck erwecken, als dürfe man jetzt in eine muntere Diskussion einsteigen. Als Christen tun wir gut daran, selbst eilig formulierte und uns an manchen Punkten nicht gefallende Verfügungen eben nicht nach möglichen Spielräumen abzusuchen, sondern zu akzeptieren und uns sogar klar und deutlich hinter die Entscheidungen unserer Regierung zu stellen. Und zwar völlig unabhängig davon, welche Position wir sonst zur Politik einnehmen würden. Denn jetzt ist nicht die Zeit zum Protestieren, sondern um den Dienst unseres Staates zu würdigen und bestmöglich zu unterstützen. Und hier ist es nicht der Apostel Petrus, sondern Paulus, der sachgemäß zu unserer Situation passt. In Rom nimmt er die christlichen Bürger in die Pflicht und ermahnt sie, ihrer Obrigkeit zu gehorchen. Paulus konnte sonst den Autoritäten durchaus streitbar widersprechen, er hat sich dafür verprügeln und einsperren lassen, aber er kann eben auch anerkennen, wenn der Staat seiner Bestimmung entspricht. “Ein jedermann sei untertan der Obrigkeit ... denn sie ist Gottes Dienerin, dir zugut.” Kirche und Politik sind jetzt Verbündete gegen die Ausweitung der Krankheit. Unsere Einsatzbereitschaft und unsere Phantasie sind gefordert, Nähe, Fürbitte und Verbundenheit zu praktizieren auch ohne leibliche Gemeinschaft.