St. Marien

Die Marienkirche in Mechterstädt wurde zwischen 1716 und 1717 vom gothaischen Oberlandesbaumeister Johann Straßburger gebaut.



Adressdaten


  • 99880 Mechterstädt
    Schulhög

Beschreibung


Nachdem die ursprüngliche, zu vorreformatorischen Zeiten erbaute Kirche zu klein und baufällig geworden war, errichtete man sie in ihrer jetzigen Gestalt als einen einheitlichen Saalbau aus verputztem Bruchstein mit Krüppelwalmdach.

Der eingezogene, von seitlichen Anbauten flankierte und mit Resten von Maßwerkfenstern ausgestattete Turm ist in seinem Ursprung spätgotisch. Das Glockengeschoss und der Spitzhelm mit vier Ecktürmchen wurde 1785 in gotischer Auffassung neu aufgesetzt. Zwei Glocken wurden 1553 und 1619 bei Heinrich Rausch in Erfurt gegossenen.

Der Innenraum ist einheitlich im Barock gestaltet. Eine Doppelempore umläuft dreiseitig den Saalbau. In deren Brüstungsfeldern sind Szenen und Sprüche aus dem alten und neuen Testament dargestellt, in den Spiegeln des Muldengewölbes befinden sich Gemälde (Tempera/Holz) mit Ansicht der Geburt und Auferstehung Jesu, der Himmelfahrt und des Pfingstwunders. In den Seitengewölben sieht man in reich verzierten Kartuschen sechs Prophetenköpfe abgebildet. An dem Kanzelaltar findet sich das Signum des Malers „Pistor Dörffling“.

Der kunstgeschichtliche Wert der Kirche liegt in ihrer farbigen Fassung. Die Kirche ist das originale Zeugnis der Malkunst des Gothaer Hofmalers Georg Conrad Dörffling aus dem Jahre 1744.
Dem Kanzelaltar gegenüber befindet sich die Orgel, gebaut im Jahre 1770 von dem Gothaer Hoforgelbaumeister Hoffmann.
Zur Ausstattung der Kirche gehören weiter:
eine aus Sandstein gehauene Marienfigur aus dem 14.Jahrhundert, ein Kruzifix aus dem 16. Jahrhundert; Grabsteine aus dem 16., 17. und 20igsten Jahrhundert.
In den Jahren 1991/92 wurden die Malereien und die reiche Vergoldung der Kirche gereinigt, gefestigt und Fehlstellen durch Punktretusche ergänzt.
Nach diesen umfangreichen Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten konnte die Kirche am 31.Oktober 1992 eingeweiht werden. Auch die Orgel wurde in der Folgezeit restauriert und am 2. und 3. Oktober 1995 in einem Gottesdienst und festlichen Konzerten eingeweiht.
Seitdem erstrahlt die Marienkirche in ihrem alten Glanz.